Von der Redaktion DatingseitenSchweiz ·
Warum «Hallo» selten reicht
Auf Datingseiten und in Apps bekommen viele Menschen täglich mehrere Nachrichten. Ein einfaches «Hallo, wie geht's?» geht in dieser Menge leicht unter. Es ist nicht unhöflich, aber es gibt dem Gegenüber nichts, worauf es antworten kann, ausser «gut, und dir?». Danach stockt das Gespräch oft schon.
Eine gute erste Nachricht zeigt dagegen zwei Dinge: dass du das Profil wirklich gelesen hast und dass du dich für die Person interessierst, nicht nur für ihr Foto. Das braucht keine Schlagfertigkeit und keinen perfekten Spruch. Ein ehrlicher, konkreter Satz reicht.
Bei manchen Diensten ist auch geregelt, wer zuerst schreiben darf. Bei Bumble schreibt bei einem Match zwischen Frau und Mann die Frau zuerst. Auf anderen Plattformen kann jede Person den Anfang machen. Wer wartet, bis das Gegenüber sich meldet, verpasst manchmal ein gutes Gespräch.
Beim Profil anknüpfen
Der einfachste Weg zu einer guten ersten Nachricht führt über das Profil. Schau dir Fotos und Text in Ruhe an und such nach etwas, das dich wirklich neugierig macht: ein Reiseziel, ein Hobby, ein Buch, ein Satz, der dich zum Schmunzeln gebracht hat.

Dann stell eine Frage dazu, die mehr als ein Ja oder Nein verlangt. «Du warst in Island?» bringt wenig. «Auf deinem Foto stehst du vor einem Wasserfall in Island. War das eher eine Wanderreise oder eine Rundfahrt?» lädt zum Erzählen ein. Noch besser wird es, wenn du kurz etwas von dir ergänzt: «Ich war noch nie dort, aber es steht ganz oben auf meiner Liste.»
Wenn das Profil kaum etwas verrät, kannst du offen darauf eingehen: «Dein Profil ist ein kleines Rätsel. Verrätst du mir, womit du am liebsten deinen Sonntag verbringst?» Das ist freundlich und zeigt, dass du dir Mühe gibst. Wie dein eigenes Profil solche Einstiege leichter macht, zeigen unsere Tipps für ein gutes Dating-Profil.
Beispiele für gute erste Nachrichten
Die folgenden Beispiele sind Anregungen, keine Vorlagen zum Kopieren. Wer immer denselben Text verschickt, merkt bald, dass er nicht wirkt, weil er zu niemandem richtig passt.
- Zu einem Hobby: «Du schreibst, dass du gern backst. Was ist dein bestes Rezept, und wie viele Versuche hat es gebraucht?»
- Zu einem Ort: «Ich sehe, du bist oft in den Bergen. Hast du einen Lieblingsweg, den nicht alle kennen?»
- Zu einem Satz im Profil: «Dein Satz über das perfekte Frühstück hat mich zum Lachen gebracht. Gipfeli oder Rösti?»
- Zu Musik oder Büchern: «Du liest gerade einen Krimi aus Schweden. Lohnt er sich, oder soll ich die Finger davon lassen?»
- Zu etwas Gemeinsamem: «Wir haben beide ein Velo auf dem Foto. Fährst du eher in der Stadt oder auf Passstrassen?»
Halte die erste Nachricht kurz: zwei bis vier Sätze sind genug. Ein langer Brief setzt das Gegenüber unter Druck, ebenso ausführlich zu antworten. Schreib in deinem eigenen Ton, mit oder ohne Emoji, so wie du auch sonst schreibst.
Wenn du antwortest, gilt dasselbe in die andere Richtung. Geh auf das ein, was dir geschrieben wurde, und gib eine Frage zurück. So entsteht ein Hin und Her, in dem beide etwas von sich zeigen. Antwort nicht nur mit einem Wort, selbst wenn du gerade wenig Zeit hast. Ein kurzer Satz wie «Spannende Frage, ich antworte dir heute Abend ausführlich» hält das Gespräch am Leben.
Was du in der ersten Nachricht lässt
Komplimente über das Aussehen sind verlockend, aber sie wirken schnell beliebig oder aufdringlich. Ein Kompliment zu einem Foto, das etwas über die Person erzählt, ist besser: «Du siehst auf dem Gipfelfoto richtig glücklich aus.»

Anzügliche Sprüche und sexuelle Anspielungen gehören nicht in eine erste Nachricht. Die Schweizerische Kriminalprävention zählt auf ihrer Seite über sexuelle Gewalt an Erwachsenen auch anzügliche Bemerkungen mit sexuellem Bezug zu den Formen sexueller Gewalt, und sexuelle Belästigung ist strafbar. Unerwünschte Bilder mit sexuellem Inhalt sind ebenso tabu.
- Keine Kopiervorlage: Derselbe Text an zwanzig Profile fällt auf.
- Keine Fragenliste: Fünf Fragen auf einmal wirken wie ein Formular.
- Kein Druck: Wer nach einer Stunde nachhakt, warum keine Antwort kommt, schreckt ab.
- Keine privaten Daten: Telefonnummer, Adresse und Arbeitgeber haben in der ersten Nachricht nichts zu suchen.
Sei auch selbst aufmerksam, wenn du eine Nachricht bekommst. Wer schon in den ersten Sätzen von grossen Gefühlen spricht oder dich sofort auf WhatsApp holen will, verfolgt nicht immer ehrliche Absichten. Die Plattform der Schweizer Polizei beschreibt Romance Scam als das Vortäuschen einer Liebes- oder Freundschaftsbeziehung, um dann Geld zu verlangen, häufig wegen eines erfundenen Härtefalls. Wie du solche Profile erkennst, liest du in unserem Ratgeber Online-Dating sicher nutzen.
Ein letzter Punkt betrifft den Zeitpunkt. Wenn du ein Match bekommst, schreib nicht erst nach einer Woche. Viele Gespräche entstehen in den ersten ein, zwei Tagen, solange beide noch neugierig sind. Gleichzeitig musst du nicht nachts um zwei antworten, nur um schnell zu sein. Schreib dann, wenn du Zeit und Lust auf ein Gespräch hast, denn das merkt man deinen Nachrichten an.
Wenn keine Antwort kommt
Nicht jede Nachricht wird beantwortet, auch nicht die besten. Vielleicht ist die Person gerade selten online, hat schon jemanden kennengelernt oder sucht etwas anderes. Das sagt nichts über deinen Wert aus. Eine freundliche zweite Nachricht nach einigen Tagen ist in Ordnung. Kommt dann nichts, lass es gut sein und schreib jemand anderem.
Wenn du viele Nachrichten ohne Antwort verschickst, lohnt sich ein Blick auf deine Einstiege. Sind sie konkret? Beziehen sie sich auf das Profil? Stellst du eine offene Frage? Oft reicht eine kleine Änderung, damit mehr Gespräche entstehen. Manchmal liegt es auch am eigenen Profil, etwa an einem unscharfen ersten Foto.
Und wenn du selbst kein Interesse hast, sag es kurz und freundlich, statt einfach zu verschwinden. «Danke für deine Nachricht, ich glaube, wir passen nicht zusammen. Viel Glück bei der Suche» kostet zehn Sekunden und erspart dem Gegenüber das Warten. Wer selbst so schreibt, trägt zu einem freundlicheren Umgang auf der ganzen Plattform bei.
Vom ersten Satz zum ersten Treffen
Hat sich ein gutes Gespräch entwickelt, warte nicht zu lange mit einem Vorschlag. Nach einigen Tagen mit angeregtem Austausch darfst du fragen, ob ihr euch auf einen Kaffee oder einen Spaziergang trefft. Ein konkreter Vorschlag mit Tag und Ort macht die Antwort leicht.
Wer wochenlang nur schreibt, baut oft ein Bild auf, das beim Treffen nicht standhält. Ein kurzer Anruf oder Videochat vorher hilft, das Gegenüber besser einzuschätzen. Wie du das erste Treffen entspannt und sicher planst, zeigen unsere Tipps fürs erste Date.
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Häufige Fragen
Was schreibe ich in die erste Nachricht beim Online-Dating?
Knüpf an etwas aus dem Profil an und stell eine offene Frage dazu. Zwei bis vier Sätze reichen, gern mit einer kurzen Angabe zu dir selbst.
Ist «Hallo» als erste Nachricht schlecht?
Es ist nicht unhöflich, gibt dem Gegenüber aber wenig, worauf es antworten kann. Ein konkreter Bezug zum Profil führt viel öfter zu einem Gespräch.
Wer schreibt beim Online-Dating zuerst?
Auf den meisten Plattformen kann jede Person den Anfang machen. Bei Bumble schreibt bei einem Match zwischen Frau und Mann die Frau zuerst.
Wie lang sollte die erste Nachricht sein?
Kurz: zwei bis vier Sätze. Ein langer Text setzt das Gegenüber unter Druck, ebenso lang zu antworten.
Wie oft darf ich nachfragen, wenn keine Antwort kommt?
Eine freundliche zweite Nachricht nach einigen Tagen ist in Ordnung. Kommt dann keine Antwort, lass es gut sein.
Sind Komplimente in der ersten Nachricht eine gute Idee?
Komplimente über das Aussehen wirken schnell beliebig. Besser ist ein Kompliment zu etwas, das die Person erzählt oder zeigt, etwa ein Hobby oder eine Reise.
